Seelengrund

Die Abwehrmechanismen

Sigmund Freuds Konzept der Abwehrmechanismen ist eines der am genauesten erforschten und weitgehend akzeptierten Bestandteile der Psychoanalyse. Freud ging in seiner psychoanalytischen Theorie von neun grundlegenden Abwehrmechanismen aus. Diese bezeichnete er als: Verdrängung, Regression, Reaktionsbildung, Isolierung, Ungeschehen machen, Projektion, Introjektion, Wendung gegen die eigene Person und Verkehrung ins Gegenteil. Freuds Theorie über die Abwehrmechanismen wurde im Laufe der Jahre durch Vertreter der psychoanalytischen und tiefenpsychologischen Methodik bestätigt, ausgebaut, ergänzt und modifiziert. Einige der Abwehrmechanismen, die von der auf Freud folgenden Generationen definiert wurden, lassen sich sicherlich auf Freuds ursprüngliche Theorie zurückführen und stellen teilweise lediglich eine Unterteilung dar. Dennoch erleichtern diese eine präzisere Einordnung bestimmter Verhaltensmuster und Intentionen und damit in der Beratung eine genauere Deutung.

Bei den meisten Abwehrmechanismen handelt es sich um vollständig unbewusste Vorgänge, die der Abwehr von Angst dienen und je nach Intensität und individueller Abwehrpräferenz zu Selbsttäuschungen in unterschiedlichem Ausmaß führen können. Die Wirkung kann sich in vielfältiger Weise äußern und sich beispielsweise in Form einer selektive Wahrnehmung oder einer Verschiebung von Impulsen und Affekten zeigen. Nach welchen Kriterien das Unterbewusstsein bestimmte Abwehrmechanismen auswählt oder bevorzugt ist bisher noch nicht vollständig erforscht worden, es ist jedoch erwiesen, dass die Wahl sowie auch Intensität der verschiedenen Abwehrformen von der individuellen Intelligenz unabhängig sind.

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