Seelengrund

Das ADHS

Harter Tobak für kleine Kinder . . .

Es gibt jedoch auch weitaus gefährlichere neue Diagnosen, die dem Betroffenen keine sekundären Vorteile bringen können, wie die des rasend schnell und weit verbreiteten Aufmerksamkeitsdefizitsyndroms (ADHS), die schwerwiegende Folgen für die betroffenen Kinder und Jugendlichen haben kann. Diese Diagnose hat in der Regel ungünstige Auswirkungen auf die psychische Ebene, sie kann zu Konflikten mit dem Selbstwertgefühl und Selbstkonzept führen und beinhaltet zudem oft eine ausgrenzende Wirkung. Dazu kommen noch die negativen Auswirkungen auf der körperlichen Ebene durch die Gabe von zum Teil gefährlichen Medikamenten und Dosierungen.

Aufgrund der Tatsache, dass  Kinder und Jugendliche fast ausschließlich „nur“ die Symptomträger eines gestörten Umfeldes sind, ist es fraglich wie häufig diese Diagnose dem scheinbar betroffenen Individuum überhaupt gerecht wird. Zumal in so manchen Fällen der Eindruck entsteht, dass man mit dieser Diagnose eine normale, wenn auch vielleicht für die möglicherweise stark vorbelasteten Eltern, sehr anstrengende Phase der Kindheit oder Jugend als psychische Störung bezeichnet.

Wissenschaftliche Studien belegen bereits die vielfältigen möglichen Ursachen des oft vermeintlichen ADHS-Syndroms, die im Grunde auf verschiedene spezifische Konflikte, Abwehrreaktionen und andere psychische oder auch physische Erkrankungen hinweisen und damit gegen die derzeit gängigen Behandlungsmethoden sprechen: „So konnten wir in der kürzlich durchgeführten Frankfurter Präventionsstudie die Wirksamkeit eines ganzheitlichen, psychoanalytischen, nicht-medikamentösen Präventionsprogramms nachweisen. Wir zeigten dabei auf, dass sich hinter einer scheinbar homogen beschreibbaren Symptomatik (ADHS) sehr verschiedene Kinderschicksale und mögliche Ursachen verbergen, wie eine organische Komponente; eine besondere Begabung; eine besondere Vitalität und Kreativität; Frühverwahrlosung; kindliche Bewältigungsversuche erlittener Traumatisierungen, eine Manifestation latenter Trauer und Depression oder unverstandene kulturelle Faktoren. Wir konnten auch empirisch nachweisen, dass das nichtmedikamentöse, pädagogisch-psychoanalytische, verstehende Präventions- programm zu einem statistisch signifikanten Rückgang von aggressivem und sozial desintegriertem Verhalten führt. Medikamente, wie zum Beispiel Ritalin, ein hochwirksames Amphetamin, beeinflussen offensichtlich hyperaktives Verhalten. Doch ist dabei zu bedenken, dass Medikamente gleichzeitig ein wirkliches Verstehen der erwähnten individuellen (und oft auch unbewussten) Gründe für das hyperaktive Verhalten verhindern. Stattdessen vermitteln sie dem Kind eine latente, für das Selbstwertgefühl höchst problematische Botschaft: "Ohne Medikamente bist du ein Wesen, das unfähig ist, seine eigenen Impulse und Affekte so zu kontrollieren, dass es für andere tragbar ist". Zudem nimmt die Dauermedikation dem Gehirn als selbst- regulierendem System die Möglichkeit, sich korrigierend und adaptiv zu entwickeln.“ (vgl. Deutsche Psychoanalytische Vereinigung, 2008, Artikel: Psychoanalytische Erkundungen zu Depression und Hyperaktivität).

Diese Studie belegt neben den Ursachen, die als Ansätze in der Beratung dienen können, auch in diesem Bereich erneut die Wirksamkeit psychoanalytischer Verfahren.

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