Seelengrund

Die Dramatisierung

Bei der Dramatisierung oder Affektualisierung werden bedrohliche und beängstigende Affekte die aufgrund von unakzeptablen Wünschen oder Bedürfnissen entstanden sind, durch die Entstehung akzeptablerer Wünsche und Bedürfnisse umgelenkt. Die Affekte werden dabei umgewandelt oder modifiziert und akzeptablen Gegebenheiten zugeordnet, wo eine stellvertretende Affektabfuhr erfolgen kann. Die Affektualisierung bewirkt somit, dass vom eigentlichen Wunsch abgelenkt und dieser in seiner Intensität abgemildert wird.

So können Betroffene Wünsche, Bedürfnisse oder Ereignisse in einer überbetonten Weise empfinden und schildern, wobei das ursprüngliche Gefühl durch ein neues, möglicherweise auch gegenteiliges, Gefühl ersetzt worden ist. Im Gegensatz zur Reaktionsbildung und Verschiebung werden bei der Dramatisierung Impulse und Wünschen nicht zwangsläufig und gezielt in ihr Gegenteil verkehrt oder in ihrer ursprünglichen Form verschoben, sondern neue Affekte erschaffen.

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