Seelengrund

Die Übertragung

Im Rahmen von Übertragungen werden fundamentale Eigenschaften von Schlüsselfiguren übertragen, sodass nicht vollständig verarbeitete Konfliktsituationen unbewusst erneut herbeigeführt werden können. Solange der Betroffene keine Einsicht in seine Übertragungsreaktionen erhält und diese unbewusst bleiben, wird er sich in der Regel in der herbeigeführten Situation ebenso, wie in der ursprünglichen Situation verhalten.

„Die Übertragung ist eine Kurzform für die durch Freud beschriebene Übertragung von Gefühlen. Hierunter versteht man die Erscheinung, dass der Mensch die Neigung hat, in einer neuen Begegnungssituation mit Verhaltens- und Gefühlsmustern zu reagieren, die aus einer in der frühen Jugend erlebten Begegnungssituation mit Schlüsselfiguren stammen.“ (vgl. Herman Musaph, Techniken der psychologischen Gesprächsführung).

So entstehen aufgrund von bestimmten Schlüsselfiguren prägende Erwartungshaltungen in späteren Beziehungen und Begegnungen. Die sorgfältige Bearbeitung der Übertragung und Gegenübertragung ist auch heute noch ein zentraler Bestandteil jeder Psychoanalyse, psychoanalytisch-orientierten und tiefenpsychologisch-fundierten Therapiemethode. In einem für eine Beratung angemessenen und zulässigen Maße, kann die Bearbeitung der Übertragungen eine elementare und sehr hilfreiche Grundlage bilden.

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